Ästetische Ausdruckskraft

Ein wichtiger Grund für die Wiederbelebung der alten Bautechnik liegt bei der ästetischen und architektonischen Ausdruckskraft der schweren und monolithischen Stampfbauteile, welche in der Regel unverputzt bleiben. Dir Struktur des Materials bleibt sichtbar und die Wand kann im leicht plastischen Zustand noch auf der Oberfläche bearbeitet werden. Weiterhin ist es möglich, leicht abgetönte Schichten aus farbigem Lehm einzuarbeiten.

Renaissance einer alten Technik

Der Stampflehmbau ist Lehmbau in seiner ursprünglichsten Form. Viele Gebäude des Altertums und des 18. Jahrhunderts, aber auch zahlreiche Siedlungen und Wohnhäuser aus der Zeit nach den Weltkriegen belegen die besondere Material- und Architektursprache dieser Bauweise. In jüngster Zeit wurde die Stampflehmtechnik in Europa auch für moderne und architektonisch anspruchsvolle Bauwerke wiederentdeckt. Das Ausgangsmaterial Lehm besteht aus Ton, Sand und Kies. Sein Color entspricht den Farben, die auch in der Natur vorkommen. Vielleicht wirkt Lehm auch deshalb besonders ansprechend und angenehm.

Anwendungsmöglichkeiten

Aus technischer Sicht werden Stampflehmwände auch als große Wärmespeichermassen eingesetzt. Es ist möglich, sowohl tragende als auch nichttragende Innen- und Außenwände herzustellen. Aber auch einzelne, frei als Raumskulptur konzipierte Wände in öffentlichen Gebäuden oder in Wohnungen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Selbst zahlreiche der Witterung ausgesetzte Stampflehmmauern im Außenbereich wurden errichtet.